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Ein-Kurort

Bad Pyrmont, eine Stadt im nördlichen Zentrum Deutschlands, zeichnet sich seit jeher durch ihr Streben nach Unabhängigkeit aus. Das Wort „Bad“ kommt in deutschen Städtenamen häufig vor und weist darauf hin, dass es in der betreffenden Stadt ein Heilbad gibt, also einen Kurort. An diesen Ort in Deutschland kam Estefania aus Kolumbien, die uns einige Worte über ihre Begegnung mit der Psychoanalyse erzählt.

Sie kam zur Psychoanalyse mit der Überzeugung, dass sie damals Probleme in ihrer Partnerschaft hatte. „Nach dem ersten Gespräch begann sich diese Überzeugung durch die Worte meines Analytikers aufzulösen, der mir, kurz gesagt, erklärte: »Partnerschaftsprobleme gibt es nicht; was es gibt, sind individuelle Probleme, die jeder in seine Partnerschaft mitbringt«“.

Nach diesem ersten und einzigen Paar-Gespräch begann ihr Prozess, ihre Subjektivität und Einzigartigkeit zu erforschen. Estefania sagt: „Dank dieses Schrittes habe ich sehen können und nach und nach begonnen, mehr über mich selbst zu verstehen.“

Es handelte sich also um einen Prozess, der es ihr ermöglichte, ihren Anteil an jener Welt zu erkennen, die sie bedrückte. So ähnlich wie es zwischen Freud und seiner Patientin Dora geschah, als sie gemeinsam den Anteil erkundeten, den sie, Dora, an dieser Welt des Unbehagens hatte.

Laut Estefania „war ihr Weg nicht sehr bequem; dennoch hat er es ihr ermöglicht, ihre Subjektivität zu erkennen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Es war eine Annäherung an die Dinge, die in ihrem Unbewussten verankert sind. Ein allmähliches abbauen“.

Etwas, das aus der lacanianischen analytischen Methode heraus notwendigerweise – in den Worten von Jacques-Alain Miller – eine Abgrenzung zu jenen Praktiken impliziert, „die vorgeben, mit Selbstvertrauen zu heilen […]“. Das heißt, zu jenen, die, anstatt das Ich abzubauen, es aufblähen. Miller fährt fort: „Wir sind keine Verkäufer von Glück oder Selbstvertrauen“ (1). Es geht also darum, den unbewussten Determinismus und die subjektive Verantwortung zu ergründen.

Unsere Interviewpartnerin fährt fort: „Eine lange im Voraus geplante Reise hatte nicht geklappt. Während der COVID-Pandemie hatte Neuseeland seine Türen geschlossen.“ In ihrem Fall hatte Deutschland sie geöffnet. „So kam ich nach Deutschland und fühlte mich schnell willkommen, wie zu Hause“, sagt Estefania.

Gerade in Bad Pyrmont fand sie dieses Gefühl, „und die Liebe“. Heute empfiehlt Estefania ihren Nächsten die Psychoanalyse; sie sagt, „diese Erfahrung hat es ihr ermöglicht, sich zu entlasten, um weitergehen zu können“.

In ihrer Arbeit „verbindet sie große Mobilfunkunternehmen mit verschiedenen Regionen der Welt, die sie mit ihren technischen Geräten erreichen können“. Etwas, das man, wenn man so will, mit jener Einladung vergleichen könnte, die sie an ihre Nächsten richtet, dem Wort als Mittel zur Linderung des Unwohlseins Raum zu geben. Das Wort über das Dispositiv (Telefon) und das Wort im analytischen Dispositiv.

Estefania und ihr Mann stehen kurz vor der Rückkehr in ihren Kurort, Bad Pyrmont. Dorthin, an den Ort, an dem sie dem Signifikanten der Heilung begegnet, wo ihr Einsatz dem Einsatz für das Leben selbst gleicht, den die Psychoanalyse unternimmt. Von der ihr Begründer, Sigmund Freud, zusammenfassend sagen würde, dass sie „eigentlich eine Heilung durch Liebe“ (2) sei.


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Referenzen:

(1). MILLER, J-A & otros.: Efectos Terapéuticos Rápidos, Buenos Aires, Paidós, 2005.

(2). FREUD, S y JUNG, C. G.: Briefwechsel. Herausgegeben von William McGuire und Wolfgang Sauerländer. Frankfurt/Main, Fischer Verlag, 1984.